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HV Saison für DAX-Gesellschaften beendet

Kapitalpräsenzen leicht rückläufig

Eschborn, 12. Juni 2010. Die Hauptversammlungssaison 2010 ist für die DAX-30-Gesellschaften beendet. Als letzte Gesellschaften begrüßten in der vergangenen Woche die SAP AG und die Salzgitter AG ihre Aktionäre. Betrachtet man nun die Ergebnisse der Kapitalpräsenzen deutscher Hauptversammlungen bei DAX-Gesellschaften, können die HV-Verantwortlichen trotz des Rückgangs von 4,32 Prozentpunkten eine durchschnittliche Präsenz von über 50 Prozent verbuchen. Thomas Licharz, Geschäftsführer des HV- Dienstleisters und Aktienregisterführers registrar services GmbH resümiert: „Generell gilt nach wie vor, dass die Höhe der Präsenz bei einer HV positiv von der Brisanz der Tagesordnung und den aktuellen Unternehmensnachrichten beeinflusst wird. In diesem Jahr war diese Entwicklung sehr gut bei Infineon (+5,17 Prozent) und der Commerzbank (+10,07 Prozent) zu beobachten.“

Die durchschnittliche Kapitalpräsenz der Gesellschaften im DAX beträgt in diesem Jahr 54,06 Prozent. „Insgesamt ist damit ein Rückgang von 4,32 Prozentpunkten im Vergleich zum letzten Jahr zu verbuchen. Betrachtet man die Zahlen im einzelnen, wird schnell deutlich, dass einige ‚Ausreißer’ das Ergebnis stark beeinflusst haben“, erklärt Licharz den Trend. So sind die Kapitalpräsenzen beispielsweise bei RWE, SAP und VW überdurchschnittlich rückläufig. Prüft man gesondert die Präsenz bezogen auf den Free Float, werden die Zusammenhänge der Schwankungen der Kapitalpräsenzen mit Veränderungen der Aktionärsstruktur der Unternehmen deutlich. Bei RWE sank die Präsenz bezüglich des Free Float beispielsweise von 65,86 auf 24,63 Prozentpunkte. Durch solche Veränderungen der Aktionärsstruktur verbuchten Henkel, Infineon und BMW allerdings auch Gewinne bei Werten gemessen am Free Float.

Namensaktiengesellschaften und ARUG

„Für Unternehmen mit Namensaktien entfiel im Rahmen des ARUG (Aktionärsrechterichtlinien-Umsetzungsgesetz) der Record Date. Die daraus resultierenden veränderten Anmeldeprozesse erhöhten in dieser HV-Saison zunächst den administrativen Aufwand“, beschreibt Thomas Licharz die Veränderungen in der Saison 2010. Nach einer Analyse von Börse Online und der Financial Times Deutschland (FTD) setzen nur wenige DAX-Unternehmen die Möglichkeiten des ARUG online um.

Mit dem ARUG haben Unternehmen sowohl erweiterte Optionen als auch Verpflichtungen bezüglich der elektronischen Kommunikation mit ihren Aktionären. „Viele unserer Kunden nutzen als Namensaktienemittenten schon seit Jahren die Möglichkeit, die Aktionäre per E-Mail zu erreichen zur Hauptversammlung einzuladen und IR-News zu verschicken“, erklärt Licharz. So werden beispielsweise für die Daimler AG, Deutsche Bank AG, LEONI AG sowie die Celesio AG die Einladungsunterlagen zur Hauptver-sammlung unter anderem online versendet. Weitere Gesellschaften haben den E-Mail-Versand für die Saison 2011 vorbereitet. „Die Zahl der Aktionäre, die diesen Service nutzt, wächst bei unseren Kunden von Jahr zu Jahr.“

Trend von rein quantitativen zu qualitativen Proxy-Solicitation-Kampagnen

Zu den kritischen Agendapunkten zählten bei den meisten Gesellschaften die Vorstandsvergütung und Kapitalgenehmigungen. Kritisch wurden diese Themen insbesondere durch den Bezugsrechtsausschluss und den verschärften Richtlinien vieler Investoren. Aufgrund der Dichte der HV-Termine ist bei vielen großen institutionellen Investoren die Einbindung der Portfolio Manager und Analysten in den Entscheidungsprozess zur Abstimmung gestiegen. Die zunehmende Komplexität macht Trend-Vorhersagen zu Abstimmungsergebnissen bei Hauptversammlungen im Rahmen von Proxy-Solicitation-Kampagnen schwieriger. Rund 50 Projekte für Proxy -Solicitation-Kampagnen und Services setzte registrar services in diesem Jahr um. Darunter auch erfolgreiche Proxy Fights für Gesellschaften, bei denen Aktionäre teilweise massiv versuchten, eigene Interessen durchzusetzen. „Die Ausrichtung der Services für Proxy Solicitation hat sich grundsätzlich gewandelt. Der Erfolg ist nicht mehr allein an der Höhe der Kapitalpräsenz zu messen. Es gilt, auch die Anforderungen der Gesellschaften qualitativ zu erfüllen. Dazu zählt beispielsweise die Recherche bei den Investoren nach Trends und Abstimmungsvorhaben sowie die Einschätzung von Ergebnissen zu einzelnen Tagesordnungs-punkten“, fasst Licharz das Engagement von registrar services zusammen.

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