HV-Präsenzen weiter gefestigt
UMAG und präsenzsteigernde Maßnahmen zeigen Wirkung
Eschborn, 2. Juli 2007
Die Präsenz-Zahlen bei Hauptversammlungen der DAX®-30-Gesellschaften stabilisieren sich weiter und liegen nach der HV-Saison 2007 deutlich über der 50-Prozent-Grenze. registrar services GmbH in Eschborn beobachtet als Aktienregisterführer, Hauptversammlungsprovider und Proxy Solicitator seit Jahren die Quoten, die die Anwesenheit der Investoren bei den Hauptversammlungen der Unternehmen im der DAX® 30 im Durchschnitt kennzeichnen. Der Finanzdienstleister führt den Anstieg auf die Neuregelungen des Aktiengesetzes sowie das verstärkte Engagment der Gesellschaften bei präsenzsteigernden Maßnahmen, den Proxy Solicitation Kampagnen, zurück. Alleine registrar services hat für die Hälfte der DAX 30 Gesellschaften in unterschiedlichem Umfang und mit unterschiedlicher Zielsetzung Proxy Solicitation Services erfolgreich umgesetzt.
Bis 2005 war die Kapitalpräsenzquote kontinuierlich gefallen. Der Gesetzgeber sah die Entwicklung auf einen Wert unter 45 Prozent mit Besorgnis und reagierte auf die allgemeine „Anwesenheitsunlust“ mit Änderungen des Aktiengesetzes. Das Gesetz zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG) trat am 1. November 2005 in Kraft. Es veränderte wichtige Punkte des Aktiengesetzes. Ziel der Reform war unter anderem die Vereinfachung des Anmeldeprozedere zur Hauptversammlung und des Nachweises der Teilnahmeberechtigung. Die bisherige Hinterlegung der Aktien entfiel, stattdessen wurde der "Record Date" eingeführt, der den Aktienbestand am 21. Tag vor der Hauptversammlung bestimmt. Bei Namensaktien bleibt die Registereintragung am letzten Anmeldetag zur Hauptversammlung unverändert. Als Folge der Einführung des „record dates“ durch das UMAG ist die Bereitschaft ausländischer Investoren in Deutschland die Stimmrechte auszuüben, deutlich gestiegen.
Rolle der Proxy Advisor
Gefördert wird die wachsende Präsenz ausländischer institutioneller Investoren durch die Unterstützung von Proxy Advisors. Diese analysieren Tagesordnungspunkte, erstellen Vorschläge zur Stimmrechtsausübung und üben diese Stimmrechte für ihre Mandanten aus. „Aufgrund der Meinungsführerschaft und der starken Bündelung von Stimmrechten in der Hauptversammlung sollten Gesellschaften die Kommunikation mit den Proxy Advisors frühzeitig bei der HV-Planung berücksichtigten“, empfiehlt Thomas Licharz, Geschäftsführer der registrar services GmbH. Die Abstimmrichtlinien der Proxy Advisors dienen als Grundlage für Zustimmung oder Ablehnung eines Tagesordnungspunktes. Durch die Beauftragung eines Dienstleisters, der im Sinne der Interessen des Investors abstimmt, verändert sich auch der Dialog mit der Investorengruppe. Oftmals erfolgt sie nur noch gebündelt über den Advisor.
Zwiesprache mit Investoren
Eine Proxy-Solicitation-Kampagne hat nicht immer nur die Erhöhung der Kapitalpräsenz zum Ziel. Für die Gesellschaften ist es im Vorfeld einer Hauptversammlung wichtig, die Stimmung der Investoren zu kennen. Dazu bedarf es intensiver Analysen der Aktionärsstruktur sowie der Handelsströme und das Auswerten der Aktionärsbasis hinsichtlich ihres wahrscheinlichen Stimmverhaltens. Auf Basis dieser Analysen können dem Unternehmen Handlungsempfehlungen an die Hand gegeben und Proxy Solicitation Kampagnen zielgerichtet eingesetzt werden. registrar services kann in diesem Bereich auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Für 15 DAX Gesellschaften wurden in diesem Jahr individuelle Maßnahmen zur Präsenzsteigerung vorgenommen: Die Quoten dieser Unternehmen waren stabil oder sind gestiegen. Mit diesem Know how Vorsprung im Bereich der Investorenansprache hat sich registrar services ein weiteres Betätigungsfeld erschlossen: Tender Solicitation Services im Rahmen von Mergers & Acquisitions Transaktionen, beispielsweise öffentlichen Übernahmeangeboten.
Sensibilisierung eingetreten
Thomas Licharz bewertete die gestiegene durchschnittliche Kapitalpräsenz im vergangenen Jahr mit Blick auf die Nachhaltigkeit zunächst vorsichtig. Dass es sich nicht um eine Stimmungsschwankung der Aktionäre handelte, bestätigte ihm diese HV-Saison. „Das schwindende Interesse an den Hauptversammlungen und die fehlende Stimmrechtsausübung der institutionellen Investoren ist gestoppt. Gesellschaften und Gesetzgeber wurden durch den negativen Trend gleichermaßen sensibilisiert und engagierten sich jetzt dementsprechend. Allerdings können einzelne Aktionen kaum eine solche Trendwende bewirken. Alle Maßnahmen zusammen tragen zu dieser neuen Entwicklung bei.“

