Zehn Prozent mehr Kapitalpräsenz bei Siemens Hauptversammlung
Proxy Solicitation: registrar services GmbH forciert den "Stimmenfang" per Namensaktie
Frankfurt am Main, 23. Januar 2002
Die Hauptversammlung der Siemens AG am 17. Januar 2002 überraschte mit
einer ungewöhnlichen Steigerungsrate: 36,6 Prozent des Aktienkapitals nahmen an der wichtigsten Veranstaltung des Jahres teil oder wurden dort vertreten. Das sind genau 9,9 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Der Grund für die in den Jahren zuvor rückläufigen Zahlen:
Viele ausländische - aber auch deutsche institutionelle Investoren - kennen die Regelungen für die Teilnahme an Hauptversammlungen von deutschen Aktien-gesellschaften und die damit verbundenen Rechte nur ungenügend oder gar nicht. "Aufklärung tut Not", erklärt Thomas Licharz, Geschäftsführer von registrar services GmbH, die die Siemens AG als Dienstleister rund um die Namens- aktie unterstützt. "Die angeschriebenen und persönlich kontaktierten Investoren waren dankbar für Informationen und Hilfestellungen zum Anmeldeprozess."
Namensaktien erleichtern Teilnahme für ausländische Investoren
Viele ausländische Aktionäre assoziieren mit deutschen Wertpapieren automatisch Inhaberaktien. Das bedeutet für den Anleger, dass die Teilnahme an der Hauptversammlung und der Handel der Aktien nicht problemlos möglich sind. Bei Inhaberaktien müssen die zur Hauptversammlung angemeldeten Aktien bei der Gesellschaft, einem Notar oder einem Kreditinstitut hinterlegt und bis nach Ablauf der Hauptversammlung gesperrt bleiben. Zwar gibt es Möglichkeiten, die Sperre wieder aufzuheben, dennoch nehmen vor allem ausländische Aktionäre durch dieses "Share Blocking" schon im Vorfeld gedanklich Abstand von der Teilnahme oder Vertretung an Hauptversammlungen. Die Namensaktie, für die sich auch die Siemens AG entschieden hat, lässt den Handel mit den Wertpapieren jederzeit offen. Die Zahl der Stimmrechte orientiert sich an dem im Aktienregister am Tag der Hauptversammlung eingetragenen Bestand.
Wachsende Präsenzen durch Proxy Solicitation
Ausschlaggebend für den Erfolg war der direkte Kontakt mit allen Beteiligten. In enger Abstimmung mit der Siemens AG sprach registrar services alle Institutionen in der Verwahrungskette der Aktien - vom Broker über die Depotbanken bis zum Endaktionär und den vor allem in den USA weit verbreiteten Hautversammlungs-Beratern - an. Sie wurden um die Teilnahme beziehungsweise Vertretung der Stimmen bei der Hauptversammlung gebeten. Der Erfolg dieser Dienstleistung, die in den angelsächsischen Märkten "Proxy Solicitation" genannt wird, zeigt, dass dem Trend nachlassender Präsenzen bei Hauptversammlungen deutscher Aktiengesellschaften effektiv entgegengewirkt werden kann. Er spricht aber auch für die Namensaktie als die von ausländischen Investoren verstandene und akzeptierte Aktiengattung.

